Die zehn besten Bücher zur Leitungskunst

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1. Shackletons Führungskunst

Die Geschichte der unglaublichen Expedition von Ernest Shackleton ist eines der lehrreichsten Beispiele gelungener Leitungskunst in Krisensituationen. Sowohl das Buch von Alfred Lansing “635 Tage im Eis: Die Shackleton-Expedition -” als auch das Buch Shackletons Führungskunst von Margot Morrell sind eine absolut wertvolle Lektüre für alle, die sich mit Leitungskunst befassen. Margott Morrell legt dar, welche Werte die Basis für Shackletons Führungsqualitäten bildeten, nach welchen Kriterien er seine Mannschaft zusammensetzte, wie er Gemeinschaftssinn förderte, das Beste aus dem einzelnen herausholte, in der Krise wirksam blieb und wie er mit Hindernissen umging. Shackletons Geschichte ist die Geschichte eines großartigen Leiters, der mit seinen Leuten eine unglaubliche Gefahrensituation meisterte, an der viele vor und nach ihm schlichtweg scheiterten.

2. Der Minutenmanager

Blanchards Minuten Manager ist ein Klassiker der Managementliteratur. In seinem Buch über Führungsstile präzisiert er seinen Ansatz der situationsbedingten Führung. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Wissen und einer unterschiedlichen Motivation brauchen unterschiedliche Arten der Leitung. “Ungleiche Wesen gleich zu behandeln ist nicht Gerechtigkeit sondern Gleichmacherei!”, sagt Blanchard und vermittelt die vier Führungsstile Lenken, Anleiten, Unterstützen und Delegieren. Das Buch ist inspirierend, informativ und kurzweilig. Ein amerikanischer Bestseller, der auf komplizierte Erklärungen und Fachbegriffe verzichtet und dennoch sehr lehrreich ist.

3. Selbstbetrachtungen von Marc Aurel

Marc Aurel ist der Philosoph unter den römischen Kaisern. Seine Selbstbetrachtungen gehören zu meiner regelmäßigen Lektüre. Die einzelnen Verse geben Anstöße, helfen bei der Selbstreflexion und motivieren. “Arbeite an Deinem Innern. Da ist die Quelle des Guten, eine unversiegbare Quelle, wenn Du nur immer nachgräbst.” Dieser 59. Vers aus dem 7. Buch fasst vieles von dem Anliegen von Marc Aurel zusammen. Die Selbstbetrachtungen sind ein Buch, das dabei hilft, das eigene Innere als zentrales Anliegen der Leitungskunst nicht zu vergessen.

4. Menschen führen – Leben wecken

“Wie muss jemand beschaffen sein, der führt?”, so lautet die Frage, der Anselm Grün in seinem Buch Menschen führen – Leben wecken nachspürt. Dabei geht es ihm nicht um Gewinnmaximierung, sondern um einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung und mit den Menschen. Grün ist Theologe und Mönch aber er ist auch Berater, Autor und Manager der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe. Sein Buch ist eine Inspiration für alle, die nach einer werteorientierte Art des Leitens und Führens fragen und die bei allen wirtschaftlichen Zwängen nach Wegen suchen, menschlich zu bleiben.

5. Shogun

Es sind nicht immer Sachbücher, die neue Türen zu einem Thema auftun. Häufig bewegen gute Geschichten mehr als Lexikonartikel. So ist es auch bei dem Klassiker Shogun von James Clavell. In dem Roman, der im Japan des 17. Jhd. spielt, geht es um Machthunger, Gier, Mut, Ausdauer und einen Kampf auf Leben und Tod. Mich hat der 1200 Seiten dicke Wälzer jedenfalls gefesselt und begeistert und ich empfehle ihn jedem zur Lektüre, der mit hohen Idealen Führungsverantwortung übernommen hat, um dann verunsichert festzustellen, dass der Umgang mit Macht einen selber verändert und immer neu herausfordert. In eine ähnliche Richtung geht Robert von Ranke Graves’ Klassiker Ich, Claudius, Kaiser und Gott, über das ich auf Leitungskunst bereits eine Rezension geschrieben habe. Das Buch ist ein Trostbuch für Leiter, die sich die Frage stellen, wie barmherzig kann ein Leiter sein, ohne schwach zu wirken…

6. Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte

Friedemann Schulz von Thun ist so etwas wie der Papst der Kommunikationswissenschaften. Und Miteinander reden für Führungskräfte ist die Zusammenfassung und Zuspitzung all seiner Werke auf das Thema “Führen und Leiten”. Alles, was eine Führungskraft aus den ersten drei Bänden seines Standardwerkes Miteinander reden wissen muss, fasst dieses Buch zusammen und beleuchtet die Themen “Das innere Team” oder “Vier Seiten einer Nachricht” aus Sicht von Menschen, die andere Menschen führen. Dabei liefert das Buch lehrreiche Fallballspiele, Impulse für Krisengespräche und Konfliktsituationen sowie für die Metakommunikation in Teams. Das ist nun endlich mal ein fundiertes und lohnenswertes Fachbuch in meiner Liste!

7. Briefe über Selbstbildung

Es ist die Beschäftigung des Leiters mit sich selber, die über die Dauer eines Lebens über Erfolg oder Misserfolg in der Leitungskunst entscheidet. Darum empfehle ich dieses grandiose Buch an dieser Stelle. Romano Guardini stellt sich in Briefe über Selbstbildung der Suche nach dem Glück. Einem Glück, das unabhängig ist von “guten und schlimmen Stunden, kräftigen und müden Tagen.” Es ist auch die Suche nach Werten und Tugenden, die einen Leiter für seine Aufgabe reifen lassen. Es geht um Charakter und Vornehmheit und ein Kapitel heißt “Vom ritterlichen Manne”. Wer sich von so etwas nicht abschrecken lässt, findet Kleinode und Perlen, die helfen, das große Bild, mit dem wir angetreten sind, nicht aus den Augen zu verlieren.

8. StatusAngst

“Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?”, fragte mich mal ein Freund. Ängste bestimmen unser Leben, sie verhindern, dass wir mutige Schritte wagen, sie fesseln uns an die aktuellen Gegebenheiten und blockieren die Zukunft. Alain de Botton, von dem ich eigentlich jedes Buch uneingeschränkt empfehlen kann, beschäftigt sich in dem Buch StatusAngst speziell mit der Frage der Angst um den eigenen Status. Ich glaube, dass viele Führungskräfte von Angst getrieben sind und empfehle darum dieses Buch. Es bewirkt Gelassenheit, hinterfragt und verhilft zu mehr Klarheit über die eigenen Ziele. Es geht um die Sehnsucht, geliebt zu werden, um Neid, um den eigenen Anspruch und Erwartungen. Es geht um Statussymbole, Kunst, Armut und um den souveränen Umgang mit der eigenen Angst. Sprachlich ist es ein typischer de Botton – schwarzer Humor, wunderbar verschwurbelt und herrlich zu lesen.

9. Die Pest

Albert Camus’ Buch Die Pest ist ein Klassiker der Weltliteratur und auch aus der Perspektive eines Leiters ist es ein Leckerbissen. Wir lesen, wie die Hauptfigur Dr. Bernard Rieux versucht, eine untergehende Stadt zu retten, sich gegen Widerstände zu Wehr setzt, mit anderen Menschen, die Deutungshoheit für sich und die Situation beanspruchen, aneinandergerät und Konflikte löst. Es ist ein Buch über Menschen, die unter Belagerung sind, die sich in Auseinandersetzungen befinden und die doch versuchen, das Richtige zu tun. Es geht um Solidarität, Zusammenarbeit, um Souveränität und eigenständiges Handeln. Es geht um den eigenen Werteradar, um Unabhängigkeit und Mut. Es geht darum, wie Menschen handeln, wenn ihnen Böses gegenübersteht.

10. Business Model You

Business Model Generation ist ein Handbuch für Visionäre, Spieleveränderer und Herausforderer. Es verrät die wichtigsten Fragestellungen sowie Methoden und Herangehensweisen, um ein eigenes Geschäftsmodell zu durchdenken und an den Start zu bringen. Dabei ist es leicht lesbar, toll layoutet und mit Praxisbeispielen gespickt. Gut, die nerven auch manchmal, weil sie gelegentlich von solchen Giganten wie Google, Amazon oder Twitter erzählen und mich persönlich die Story des kleinen Freelancers viel mehr interessiert. Vielleicht haben die Autoren diese Lücke selber erkannt und darum ein zweites Buch auf den Markt geworfen: Business Model You: Dein Leben – Deine Karriere – Dein Spiel. Die Kombination aus beiden ist für mich wirklich perfekt und hat mich sehr inspiriert. Eine ausführlichere Rezension findet Ihr –> hier.

Der Text enthält Amazonlinks. Darum ein Wort zu Amazon.